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Was ist Waldbaden?

Der Begriff „Waldbaden“ leitet sich aus dem Japanischen Shinrin-Yoku ab. Gemeint ist nicht das Bad in einem Waldsee, wörtlich übersetzt heißt es „Eintauchen in die Atmosphäre des Waldes“. Beim Waldbaden nehmen wir die Umgebung des Waldes ganz bewusst wahr und lassen sie auf uns wirken. Wir spüren unsere Verbindung zur Natur noch intensiver als bei einem Spaziergang, denn verschiedene Achtsamkeitsübungen helfen uns, das Gedankenkarussel anzuhalten und uns zu entspannen. Wir genießen den Wald mit all unseren Sinnen und schöpfen neue Kraft.

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Und warum tut es uns so gut?

In der Natur fällt es uns viel leichter, den Alltag hinter uns zu lassen. Allein die Waldumgebung wirkt entspannend auf uns: Das sanfte Licht, das durch die Blätter auf uns scheint, das Zwitschern der Vögel und Rascheln der Blätter, die feuchte, würzige Luft, die uns umgibt. Sie ist viel nicht nur sauberer, sondern enthält auch besonders viele Terpene. Das sind Stoffe, die von Pflanzen und Bäumen ausgestoßen werden und die sich - wissenschaftlich bewiesen - besonders positiv auf unsere Gesundheit auswirken.

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Effekte des Waldbadens

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass schon kurze Aufenthalte im Wald einen positiven Einfluss auf unsere körperliche und psychische Gesundheit haben können: Unser Immunsystem wird gestärkt, der Blutdruck reguliert, Stress reduziert, die Konzentration und das Gedächtnis werden verbessert. Außerdem kann die Resilienz gestärkt und Depressionen gelindert werden, der Schlaf und die Stimmung können verbessert werden. Diese und viele weitere positive Auswirkungen auf das Nerven-, Hormon- und Immunsystem konnten durch mehrere Studien belegt, sollten aber am besten selbst erlebt werden. 

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Was sind Achtsamkeitsübungen?

Hast Du schon mal Moos gestreichelt? Es kann so richtig kuschelig weich sein. Und da sind wir schon beim typischen Klischee: Waldbaden ist Bäume umarmen! Naja, ich habe nichts dagegen, mich bei einem Baum anzulehnen und ihn auch zu umarmen, aber es gibt unzählige Waldbaden-Übungen: Meditation und Atemübungen, Landart (Bilder aus Naturmaterialien legen), Qigong, Tasten und Fühlen, Barfuß gehen, leichte Bewegungen, Staunen, Solozeit und vieles mehr. Es gibt auch viele Utensilien, die man ausprobieren kann, wie z. B. Hängematte, Lupe, Spiegel und Diarahmen. Ein paar Elemente des Waldbadens möchte ich Dir im Wald gerne zeigen.  

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Literaturtipps

Es gibt eine Fülle guter Bücher über Waldbaden und Naturverbindung. Diese haben mir besonders gut gefallen:

  • Dr. Qing Li: "Die wertvolle Medizin des Waldes. Wie die Natur Körper und Geist stärkt"

  • Dr. Melanie Adamek "Im Wald sein. Die natürliche  Antwort auf Psychostress und Zivilisationskrankheiten. Entdeckung eines Präventivkonzepts"

  • Dr. Gerlinde Manz-Christ "Ankommen. Aufatmen. Sich selbst wiederfinden durch Naturverbundenheit."

  • Elli H. Radinger "Das Geschenk der Wildnis"

  • Wolf-Dieter Storl "Wir sind Geschöpfe des Waldes"

  • Jasmin Schlimm-Thierjung, Cornelia Wriedt "Wir lieben Waldbaden" (Ein Buch für die ganze Familie)

  • Und einer der wichtigsten Klassiker: Henry David Thoreau "Walden"